ÜBER MICH

Mein Weg in die Politik

Ich bin nicht in einem politischen Haushalt aufgewachsen. Bei uns zu Hause ging es meistens um das, was unmittelbar ansteht: den Alltag in einer Familie mit sechs Kindern zu organisieren, Verantwortung füreinander zu übernehmen, den Kühlschrank zu füllen und das Monatsende im Blick zu behalten.

Politik spielte da selten eine große Rolle – aber Gerechtigkeit schon. Früh habe ich gespürt, wie sehr das Elternhaus über Chancen entscheiden kann. Und dass es eben nicht allen gleich leicht gemacht wird, den eigenen Weg zu gehen.​

Es ist kompliziert...

Bildungsbiografie

Mein Bildungsweg war alles andere als geradlinig. Ich habe das Gymnasium verlassen, bin auf die Realschule gewechselt. Danach  habe ich auf einer Gesamtschule schließlich das Abitur gemacht. Dieser Weg war möglich, weil ich auf meiner Reise durch das nicht ganz so durchlässige Bildungssystem glücklicherweise auf die richtigen Menschen getroffen bin. Und er war möglich, weil Politik – sozialdemokratische Politik – die Grundlagen dafür geschaffen hat. Genau das hat mich politisiert: Die Erfahrung, dass Politik im besten Fall gerechter macht.

Früh habe ich mich in der Schüler*innenvertretung engagiert – an mehreren Schulen und in unterschiedlichsten Rollen. Was als Klassensprecher begann, wurde schnell zur aktiven Mitarbeit im Schülerrat, dem Einsatz als Schülersprecher und schließlich auf Ebene der Bezirks- und Landesschüler*innenvertretung. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist,  unterschiedliche Interessen zusammenzubringen, für die eigenen Positionen zu werben und auch mal hartnäckig zu bleiben, wenn es um konkrete Verbesserungen im Schulalltag geht. 

Im Rahmen dieser Funktionen durfte ich beratend an zahlreichen kommunalen Sitzungen der Schul- sowie der Jugendhilfeausschüsse teilnehmen. Vor allem für eine selbstbestimmtere Organisation des Schulalltags habe ich mich aber schon damals nicht nur vor Ort, sondern auch bei einem Austausch mit der damaligen Schulministerin Löhrmann und dem zuständigen Staatssekretär auf Landesebene stark gemacht. 

Tag und NAcht

Engagement?
Ehrensache!

Schon mit zwölf Jahren trat ich der Jugendfeuerwehr Eilshausen bei und wechselte mit Volljährigkeit in den Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr. Rund fünf Jahre lang war ich im aktiven Einsatzdienst tätig – ob bei Einsätzen, Übungen oder in der Jugendarbeit. Dort habe ich gelernt, was Kameradschaft bedeutet und wie entscheidend es ist, sich aufeinander verlassen zu können. Feuerwehr bedeutet: Sich einzubringen, ohne zu fragen, was man dafür zurückbekommt. Dieses Engagement hat mir gezeigt, wie wichtig funktionierende Strukturen im ländlichen Raum sind – und wie sehr wir auf Menschen angewiesen sind, die anpacken, wenn andere Hilfe brauchen. Dieser Gemeinschaftssinn prägt mich bis heute – persönlich wie politisch.

Von 2020 bis 2023 konnte ich meine Erfahrungen als sachkundiger Bürger im Feuerwehr- und Ordnungsausschuss der Gemeinde Hiddenhausen einbringen.

Auch über die Feuerwehr hinaus habe ich mich ehrenamtlich engagiert: Nach einer Jugendgruppenleiter-Schulung beim CVJM Hiddenhausen organisierte und begleitete ich von 2014 bis 2018 mehrere Ferienfreizeiten und Nachmittagsbetreuungen. 2019 unterstützte ich zudem als Mitglied des Helferteams die Landtagsverwaltung bei der Organisation und Betreuung des Planspiels „Jugendlandtag“.

Politik von innen mitgestalten

Parteileben

Im Jahr 2016 bin ich in die SPD eingetreten, 2018 wurde ich mit 19 Jahren zum Vorsitzenden der Jusos im Kreis Herford gewählt. Wenige Jahre später (im Sommer 2020) kandidierte ich für den Juso-Landesvorstand NRW, nominiert von Ostwestfalen-Lippe. Dort habe ich mich vier Jahre lang insbesondere für gerechte Bildungspolitik, aber auch mehr Transparenz bei der Entscheidungsfindung innerhalb unseres Jugendverbandes eingesetzt.

Im Anschluss daran wurde ich von den NRWJusos einstimmig als stellvertretender Vorsitzender der NRWSPD vorgeschlagen – und im Mai 2025 mit knapp 70 % der Delegiertenstimmen auf dem Landesparteitag zum jüngsten stellvertretenden Vorsitzenden in der Geschichte der NRWSPD gewählt. In dieser Funktion setze ich Schwerpunkte auf progressive Sicherheitspolitik, gerechte Bildungspolitik und die längst überfällige Verwaltungsmodernisierung. Ein zentrales Projekt ist und bleibt dabei der Kampf für unsere „Schule für Alle“, die 2024 auch von der NRWSPD beschlossen wurde. Sie steht für längeres gemeinsames Lernen, mehr Förderung und faire Chancen – ohne frühe Selektion.

Ich möchte, dass junge Lebensrealitäten – wie Auszubildende, junge Familien, junge Berufstätige oder Studierende – endlich wieder mit am Tisch sitzen. Ich kenne das Leben, in dem jeder Cent zweimal umgedreht werden muss – und setze mich dafür ein, dass politische Antworten nicht abstrakt bleiben, sondern das Leben spürbar verbessern.

Motivation

Weshalb mich das antreibt...

  • Ich habe gesehen, wie wichtig eine transparente, schnelle und bürgerfreundliche Verwaltung ist – als Beamter im öffentlichen Dienst und zwischenzeitlich auch als Dozent für Verwaltungsrecht. Aus dieser Perspektive weiß ich: Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern notwendig für mehr soziale Gerechtigkeit und Zugänglichkeit.
  • In meiner politischen Arbeit vertrete ich konsequent den Anspruch: keine halben Sachen, sondern Messbares. Ob bei  Bildungsreformen oder Digitalisierung – Politik muss liefern, statt zu verwalten.
  • Für mich bedeutet sozialdemokratische Politik: Menschen in die Mitte holen, Lebensrealitäten ernstnehmen, strukturelle Hürden abbauen.

Mein Weg – vom Ehrenamt in der Feuerwehr bis zur Jugendvertretung und in die Spitze der NRWSPD – war nie selbstverständlich.

Ja, es waren politische Entscheidungen, insbesondere sozialdemokratische, die die Strukturen geschaffen haben, durch die ich meinen Weg gehen konnte. Aber es wäre falsch zu behaupten, das allein habe gereicht. Ich musste mich oft härter anstrengen als andere – weil ihnen mehr zur Verfügung stand: mehr Geld, mehr Unterstützung, mehr Sicherheit… Und manchmal hatte ich auch einfach nur Glück, zur richtigen Zeit die richtigen Menschen getroffen zu haben. Diese strukturelle Ungleichheit ist keine Randnotiz: Sie ist Kern des Problems. Ich will Politik machen, die mit dieser Ungleichheit nicht länger lebt, sondern sie behebt. Teilhabe darf nicht vom Zufall abhängen. Gerechtigkeit muss konkret werden – für alle.

Nach oben scrollen