Wer einen Pass verlängern, ein Bauvorhaben melden oder Elterngeld beantragen will, stößt in der Regel auf dasselbe Problem: zu viel Papier, zu viele Wege, zu wenig Transparenz. Während große Teile unserer Gesellschaft längst digital funktionieren, ist die öffentliche Verwaltung häufig noch im analogen Zeitalter verhaftet. Das muss sich ändern – und zwar grundlegend.
Wir brauchen eine Verwaltung des 21. Jahrhunderts, die den Menschen den Alltag erleichtert. Digitalisierung ist dabei kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug für mehr Teilhabe, mehr Effizienz und mehr Vertrauen in den Staat.
Ein moderner Staat nutzt Open Data und Open Source, um Wissen zu teilen und Innovation zu fördern. Nicht-personenbezogene Daten müssen öffentlich zugänglich gemacht und verständlich aufbereitet werden. Verwaltungssoftware, die mit Steuergeldern entwickelt wurde, sollte auch öffentlich nutzbar sein – so stärken wir Transparenz und digitale Souveränität.
Digitale Verwaltung braucht außerdem funktionierende E-Akten, Bürger*innen-Apps und smarte Prozesse. Wer auf Termine, Formulare oder Verwaltungsinformationen zugreifen will, sollte das einfach, digital und barrierefrei tun können. Der Zugang zur Verwaltung darf nicht an veralteter Technik oder Bürokratie scheitern.
Gleichzeitig müssen wir die Beschäftigten in den Behörden mitnehmen. Die besten Tools helfen nichts, wenn niemand sie bedienen kann. Es braucht deshalb auch flächendeckende Fort- und Weiterbildungen, von der Office-Schulung bis zur Spezialsoftware, und eine digitale Ausstattung, die wirklich funktioniert.
Auch das interne Wissen muss besser genutzt werden: Digitale Datenbanken und Prozessmanagement-Tools können nicht nur Papier sparen, sondern auch Wissen sichern und neue Kolleg*innen schneller einarbeiten.
Ich setze mich ein für eine digitale Verwaltung, die menschlich bleibt. Eine Verwaltung, die nicht abschreckt, sondern einlädt. Die nicht behindert, sondern unterstützt. Für eine transparente, effiziente und gerechte öffentliche Hand – in NRW und darüber hinaus.